Worum geht es im Seminar Fallspezifisches Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?
Rechtlicher Rahmen: Fehlt eine Mitarbeiterin innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen krankheitsbedingt, ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten.
Dieses Seminar vermittelt – praxisnah und auf Basis der rechtlichen Grundlagen – wie ein fallspezifischer BEM‑Prozess geplant, moderiert und dokumentiert wird: von der Initiierung (Einladung/Informationsgespräch) über die Auswahl geeigneter Akteure und Leistungsträger bis zur Maßnahmenplanung, Evaluation und dem Abschlussprotokoll.
Die Herangehensweise folgt einer einprägsamen Metapher: der BEM‑Baum – von den Wurzeln (Ausgangssituation) über den Stamm (Informationsgespräch) bis zu Ästen und Zweigen (mögliche Prozesspfade und Maßnahmen).
Was Teilnehmende aus dem Seminar mitnehmen:
- Rechtssicherheit in der Initiierung und Durchführung von BEM
- Struktur und Klarheit für den gesamten fallspezifischen BEM‑Prozess
- Kompetenzorientierte Gesprächsführung im Informationsgespräch
- Sichere Akteurs‑ und Partnerwahl (z. B. Betriebsarzt, SBV, Leistungsträger)
- Systematische Maßnahmenplanung mit HEART‑Formel und Baum‑Zweig‑Methode
- Professionelle Dokumentation: Maßnahmenpläne, Verlaufs‑ und Abschlussprotokolle
- Wirksamkeitskontrolle und Evaluation der BEM‑Maßnahmen
- Praxisübungen mit realitätsnahen Fallbeispielen (z. B. Arbeitsunfall, Burnout)
Inhalte:
- BEM rechtssicher initiieren
- Voraussetzungen, Fristen, Zählung der AU‑Tage
- Einladungsbrief (Aufbau, Muster), Informationsgespräch (Ablauf und Ziele)
- Rollen, Akteure und Partner
- BEM‑Team und optionale Akteure (z. B. Betriebsarzt, SBV)
- Zuständige Partner und Leistungsträger (z. B. Kranken‑/Rentenversicherung) und deren Fördermöglichkeiten
- Der BEM‑Prozess als „Baum“
- Wurzeln: Ausgangslage analysieren
- Stamm: Informationsgespräch führen
- Äste & Zweige: Prozesspfade, Maßnahmenwege und Entscheidungspunkte
- Fallspezifische Einstiegskonzeption
- Vorauswahl von Maßnahmen, Akteuren, Partnern je Falltyp
- Praxisfälle: z. B. Arbeitsunfall, Burnout, wiederkehrende AU
- Kompetenzorientierte Gesprächsführung
- Leitfaden und Fragetechniken für strukturierte, lösungsorientierte Gesundheitsgespräche
- Maßnahmenplanung, Dokumentation und Evaluation
- Auswahl von Maßnahmen nach Gesundheitskriterien (HEART) sowie personellen/finanziellen Kriterien (Baum‑Zweig‑Methode)
- Maßnahmenpläne, Verlaufsprotokolle, Abschlussprotokoll
- Wirksamkeitskontrolle und Nachjustierung
- Ausblick – psychische Gefährdungsanalyse
- Beispielhafte Herangehensweise und Schnittstellen zum BEM
Für wen eignet sich das Seminar Fallspezifisches Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?
- Personalbetreuende und HR mit BEM‑Verantwortung
- Führungskräfte aller Ebenen
- Arbeitgeber/innen und Gesundheitsbeauftragte
- Organisationsentwickelnde, die BEM‑Prozesse professionalisieren möchten
Tipp
Kombinieren Sie dieses Seminar mit dem Kurs „Gesund Führen & Crashkurs Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)“, um Führungs‑, Präventions‑ und BEM‑Kompetenzen aus einem Guss zu entwickeln.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?
Ein strukturierter Prozess, um Mitarbeitende nach längerer Krankheit gezielt zu unterstützen und Arbeitsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
Wann muss ein Betriebliches Eingliederungsmanagement angeboten werden?
Wenn Mitarbeitende innerhalb von zwölf Monaten mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig waren – unabhängig davon, ob zusammenhängend oder summiert.
Wer gehört ins BEM‑Team?
Je nach Fall: Arbeitgebervertretung/HR, ggf. Führungskraft, Betroffene, Betriebsarzt, Schwerbehindertenvertretung – und bei Bedarf externe Leistungsträger.
Wie läuft ein fallspezifischer Betrieblicher Eingliederungsmanagement‑Prozess ab?
- Initiierung und Einladung
- Informationsgespräch
- Analyse der Ausgangslage
- Auswahl passender Maßnahmen und Akteure
- Durchführung
- Dokumentation
- Evaluation.
Was lernen Teilnehmende im Seminar?
Rechtssichere Initiierung, kompetenzorientierte Gesprächsführung, strukturierte Maßnahmenplanung (HEART, Baum‑Zweig), professionelle Dokumentation und Evaluation.
Gibt es Praxisübungen?
Ja. Anhand realitätsnaher Fallbeispiele (z. B. Arbeitsunfall, Burnout) werden alle Schritte angewendet und gefestigt.
Bis wann kann man sich anmelden?
Bis einen Monat vor Kursstart
Bis wann ist ein Rücktritt möglich?
Ein Rücktritt von der Teilnahme ist bis zu vier Wochen vor der Veranstaltung kostenfrei möglich. Bei einer späteren Absage werden 50 % der Kosten berechnet. Bei einem Rücktritt 1 Woche vor dem Kurs wird die volle Kursgebühr in Rechnung gestellt. Die Rücktrittserklärung hat schriftlich zu erfolgen.